Schönfeld

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Die Familie der Ritter von Schönfeldt ist ein weit verzweigtes Adelsgeschlecht, das seine Güter hauptsächlich im Raum von Sachsen und Brandenburg hatte. Die erste Erwähnung gilt Tammo de Sconeveld im Jahr 1216. Es entwickelten sich bald drei Hauptlinien mit Sitz in Löbnitz, Wachau, und Werben im Spreewald. Die Löbnitzer Linie ist seit dem 14. Jh. dokumentiert. 1378 wird ein Czaslow von Schönfeldt erwähnt, der als Vasall dem Markgrafen von Meißen dient. Die Angehörigen der Niederen Adelsschicht, die Ritter, standen üblicherweise ihrem Landesfürsten als Kriegsmannen zu Verfügung und wurden dafür mit Ländereien belehnt. Das Lehnsrecht wurde nicht automatisch vererbt, sondern immer wieder neu verliehen.

Aus dem Jahr 1466 hat sich eine Urkunde für die Enkel des Czaslow erhalten. Markgraf Albrecht der Beherzte belehnt die Brüder Jan und Siegfried von Schönfeldt mit dem Schloss und „stettlein“ Löbnitz, mit 8 weiteren Dörfern und dem Patronat über die Kirche.

Die Nachkommen der beiden Familien errichteten einen zweiten Herrschaftssitz in Löbnitz. Zum Schloss kam der sogenannte Hofteil hinzu. Die Besitztümer wurden bis 1549 gemeinsam verwaltet, als der letzte männliche Erbfolger des Jan von Schönfeldt starb. Die Nachfahren des Siegfried erweiterten durch Zukäufe und geschickte Heiratspolitik ihren Einflussbereich. Seyfart von Schönfeldt (1569), dessen Epitaph an der Nordseite in der Löbnitzer Kirche zu sehen ist, hatte durch seine erste Ehe zahlreiche Besitztümer in Rudolstadt (Thüringen) erworben.

Seyfarts Bruder Dippolt (1560) versuchte mehrmals, die 1185 zugestandenen Sonderrechte für Löbnitz zu einem ordentlichen Stadtrecht durchzusetzen. Er beschäftigte Handwerker, ließ Bier brauen und kassierte Zolleinnahmen. Sein ambitioniertes Vorgehen verärgerte die städtischen Gilden. Es kam zu einem Rechtsverfahren, dass Dippolt verlor. An ihn erinnert ein Epitaph an der Südwand des Kirchenschiffs. Löbnitz blieb endgültig ein Dorf.

Von Dippolts 13 Kindern ist Hans von Schönfeldt zu nennen. (1599) Er war der letzte Schönfelder, der den gesamten ungeteilten Besitz allein verwaltete. Unter seinem Patronat wurde die seit 1539 evangelische Kirche wesentlich erneuert. Seine Frau Sabina stiftete den reich verzierten Altar. Es wurden Tauf- und Sterberegister angelegt und die erste Schule gegründet. Hans von Schönfeldt und seine Familie sind als Stifterfiguren in der Predella des Altars dargestellt.

Die folgenden Zeiten sind durch den 30jährigen Krieg geprägt, der auch in Löbnitz schlimme Spuren hinterließ. Zudem raffte in fast jedem Jahrzehnt eine Seuche oft die Hälfte der Bevölkerung dahin.

An der Südwand im Chorraum der Löbnitzer Kirche befindet sich in etwa 5m Höhe das Epitaph des Hans Erig von Schönfeldt. (1724) Die reiche Verzierung mit Draperien, allegorischen Figuren und Symbolen lässt den barocken Zeitgeschmack erkennen. Die Ausführung ist teils gemalt, teils in Marmor gehauen. Das 3m hohe Gedächtnismal ist so schwer, dass man zur Sicherung der Kirchenwand außen einen Stützpfeiler aufmauern musste.

Dem „Wirklichen Geheimen Rath“, Obersteuereinnehmer und kurfürstlichen Kammerherrn Johann Hilmar Adolph von Schönfeldt wurde 1788 die Reichsgrafenwürde verliehen. Mit ihm ging die Familie nach Österreich. Johann H. A. von Schönfeldt war Träger des weißen Adlerordens, der höchsten Auszeichnung des damaligen Polens.

1945 wurde der verbliebene Besitz in Löbnitz dem Volkseigentum übergeben. Im ehemaligen Schloss befindet sich ein Pflegeheim. Auf dem Gelände des Hofteils sitzt eine Landtechnik GmbH.

Die Gesamtfamilie gründete am 26. Oktober 1912 den „Familienverband der Grafen und Herren von Schönfeldt“.

Text (c) Henriette Mühlmann, 2010

Das Stammwappen zeigt auf Gold einen schräg-rechts liegenden, oben und unten je drei mal gestümmelten schwarzen Ast. Auf dem gekrönten Helm neun schwarze Hahnenfedern, 5 links- 4 rechtshin gebogen. Die Decken sind schwarz-golden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schönfeld_(Adelsgeschlecht)

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